Stiftung Stadtgedächtnis

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Marinesoldaten unterstützen Rettung des Stadtarchivs Köln

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Obergefreiter Paulina Sitek und Oberstabsbootsmann Frank Lipinski helfen bei der Informationsarbeit am Aktionsstand. (Quelle PIZ Personal/Harry Funk)

Obergefreiter Paulina Sitek und Oberstabsbootsmann Frank Lipinski helfen bei der Informationsarbeit am Aktionsstand. (Quelle PIZ Personal/Harry Funk)

In der dritten Adventswoche beteiligen sich 16 Marinesoldaten vier Tage lang an der Rettungsaktion der Stiftung Stadtgedächtnis, die unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck steht. Der Aktionsstand ist auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Roncalliplatz am Kölner Dom aufgebaut. In traditioneller Verbundenheit zur Stadt Köln sammeln die Soldatinnen und Soldaten des Bundesamtes für das Personalmanagement der Bundeswehr zusammen mit der Stiftung Geld- und Sachspenden. Die Gelder dienen der Restaurierung der beschädigten Archivstücke, die durch den Einsturz des Historischen Stadtarchives teils schwer beschädigt wurden. Der Stand ist noch bis zum 17. Dezember geöffnet.

Der Vorsitzende des Freundeskreises Marineschiffe Köln e.V., Peter Hemmersbach, regte an, den Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, Konrad Adenauer, bei seinen Aktivitäten zur Rettung der beschädigten Archivbestände zu unterstützen.

Peter Hemmersbach (l.), Konteradmiral Martin Krebs (2.v.l.) und Bürgermeister Hans-Werner Bartsch (r.) unterhalten sich über die Stiftungsarbeit. (Quelle: PIZ Personal/Harry Funk)

Peter Hemmersbach (l.), Konteradmiral Martin Krebs (2.v.l.) und Bürgermeister Hans-Werner Bartsch (r.) unterhalten sich über die Stiftungsarbeit. (Quelle: PIZ Personal/Harry Funk)

Köln ist umfangreich militärgeschichtlich geprägt

Konteradmiral Martin Krebs, Marineoffizier und Vizepräsident des Bundesamtes für das Personalmanagement der Bundeswehr, unterstützte dieses Vorhaben und die Zusammenarbeit mit Nachdruck und stellte Marinesoldaten frei, die ihre Unterstützung der Aktion freiwillig zugesagt hatten. Nicht nur, weil in den letzten rund 100 Jahren fünf Marineeinheiten den Namen „Köln“ trugen (zuletzt die Fregatte F211 Köln) und die Dokumente dieser Namenspatenschaften im Historischen Archiv aufbewahrt werden. Zudem „sind sich die Soldaten als Staatsbürger in Uniform bewusst, dass die Archivstücke des Historischen Archives für Köln, Deutschland und ganz Europa wertvoll und für die gemeinsame Geschichte von hoher Bedeutung sind“, sagte Admiral Krebs. „Wir unterstützen gerne diesen guten Zweck, nämlich den Erhalt der Archive und drücken damit unsere Verbundenheit mit der Stadt Köln aus“, ergänzte Krebs.

 

Die Geschichte der Stadt ist bereits seit ihrer Gründung als römischer Militärstützpunkt militärisch geprägt, wie der Sprecher des wissenschaftlichen Beirates der Deutschen Gesellschaft für Schiffahrts- und Militärgeschichte, Dr. Heinrich Walle, angab. Diese Geschichte zog sich im Mittelalter fort – Köln war damals die aufwendigste und eine der größten Wehranlagen Europas. „Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt sogar zur größten Festung Preußens ausgebaut und ist aktuell einer der personell umfangreichsten Standorte der Bundeswehr. Viele dafür relevante Archivalien befinden sich im Bestand des Archivs“, so Dr. Walle.

Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Stadtgedächtnis, Konrad Adenauer (r.): "Wir wollen in den Herzen der Kölner ankommen!" (Quelle: PIZ Personal/Harry Funk)

Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Stadtgedächtnis, Konrad Adenauer (r.): „Wir wollen in den Herzen der Kölner ankommen!“ (Quelle: PIZ Personal/Harry Funk)

Gelder sind dringend notwendig

Mit den gesammelten Geldern werden die durch den Gebäudeeinsturz sehr stark beschädigten Archivgegenstände gereinigt, wiederhergestellt und digitalisiert. „Das ist ein hundert Millionen Aufwand. Damit das schneller geht als in 30 Jahren, sammeln wir Geld, um mehr Stellen besetzen und somit schneller restaurieren zu können“, erklärt Konrad Adenauer. Er ist der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Stadtgedächtnis und der älteste von sechzehn Enkeln des gleichnamigen Oberbürgermeisters und Bundeskanzlers. Bisher blieben diese Spendengelder jedoch hinter den erhofften Beträgen zurück, obwohl es viele gute Bemühungen gegeben habe. Im Frühjahr werde man sich neu aufstellen und eine Kampagne starten, stellte Adenauer in Aussicht. „Wir wollen in den Herzen der Kölner ankommen und in der Stadtgesellschaft ganz viele Kreise ansprechen. Dafür haben wir Botschafter für alle städtischen Gruppen gefunden. Wenn wir in den Herzen gelandet sind, dann können wir die Kölner um mehr Spenden bitten.“

Dass diese Sache eine Herzensangelegenheit ist, davon zeugte auch der Besuch vom Kölner Bürgermeister, Hans-Werner Bartsch. Er ließ es sich nicht nehmen, die zahlreichen Besucherinnen und Besucher, Stiftungsmitglieder sowie Soldatinnen und Soldaten am und im Aktionsstand zu begrüßen.

 

Großes Interesse der Besucher

Dr. Heinrich Walle (l.) ist Militärhistoriker und erklärt den Hintergrund zu einem Exponat am Stand. (Quelle: PIZ Personal/Harry Funk)

Dr. Heinrich Walle (l.) ist Militärhistoriker und erklärt den Hintergrund zu einem Exponat am Stand. (Quelle: PIZ Personal/Harry Funk)

Nach Angaben der Betreiber war der Aktionsstand bisher sehr gut besucht. „Die Reaktion auf uns Soldaten am Stand war durchweg positiv. Die Besucher haben sich sehr interessiert an der Stiftung und an der Unterstützung durch die Marine gezeigt“, berichtet Oberstabsbootsmann Frank Lipinski, der die Aktion als einer der 16 Helferinnen und Helfer unterstützt. Unter den Interessierten seien auch zahlreiche Besucher aus benachbarten Staaten gewesen.

Der Stand mit der Nummer 30 kann noch bis zum Donnerstag, 17. Dezember, 21 Uhr, auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Roncalliplatz neben dem Dom besucht werden.

Hintergrund
Das Archiv beherbergt tausende Urkunden, Karten und Sammlungen. Aneinandergereiht wären dies 30.000 Regalmeter. Die ältesten Gegenstände reichen in das Jahr 922 zurück. Vermutlich durch Bauarbeiten und Vorschäden kam es im März 2009 unter anderem zum Einsturz des Archives. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben, 36 Anwohner verloren ihre Wohnungen. Durch den Einsturz wurden 90 Prozent des Archivgutes verschüttet und teils schwerst beschädigt. Die Restaurierung dieser beschädigten historischen Gegenstände soll insgesamt bis zu 30 Jahre dauern.

 

Quelle: Organisationsbereich Personal der Bundeswehr

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